
Zunächst muss vorweg gesagt werden: aus einer GSX1100G mit bald 300 KG Leergewicht kann man mit besten Willen und viel Geld kein reinrassiges Sportmotorrad machen. Dazu ist die Fahrwerksgeometrie und das Gewicht, sowie die Sitzposition zu weit weg von den aktuellen Spitzenreitern.

Was aber gut möglich ist: die G so zu modifizieren, dass sie handlicher, fahrbarer wird und sicherer bremst. Mit ein wenig Einsatz kann sie damit immer noch in der Klasse der Nakedbikes mitfahren, ja sie hat sogar in einigen Bereichen Vorteile, die andere Maschinen nicht haben. Ich denke da nur an den wartungsarmen Kardan und die angenehme, für 2 Personen langstreckentaugliche Sitzposition. Und diese Punkte sollten geändert werden:
1. Lenker
Wenn der serienmäßige Lenker zu hoch und kommod geformt ist, sollte an einen Superbike Lenker denken. Die Stahl-, oder Aluminiumlenker von Hagen, LSL, Speed-Products und anderen Herstellern verändern die Sitzposition in eine mehr nach vorne orientierte, leicht gebeugte Haltung. Die Vorderpartie der G wird mehr belastet, entgegen dem Lehnstuhleffekt des Serien-Chopperlenkers bleibt das Bike auch bei hohem Tempo stabil. Achtung: nicht jeder Lenker ist gleich gekröpft, bei der Auswahl auf den Lenkanschlag achten. Dei Kabel und Züge sind lang genug. Kein Lenker muss für die Stifte in den Griffschalen angebohrt werden, mit Tape den Lenker umwickeln und er hält ohne das sich die Hebel und Griffe verdrehen. Das Beste: der Mann vom Tüv ist danach auch noch euer Freund. Auf ausreichend Platz zwischen Lenker und Tank achten. Verchromte Stahl-Lenker kosten ab etwa. 80,- Euro
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2. Bremsleitung
Die Bremsanlage ist gar nicht so schlecht. Es fehlt ihr nur an der Dosierbarkeit. Die kann durch Stahlarmierte Bremsleitungen verbessert werden. Die Serienteile sind aus Gummi, werden mit der Zeit brüchig und sollten nach 4 Jahren ausgewechselt werden. Abhilfe: Stahlflex Bremsleitungen von Lucas-Girling oder aus dem Versandhandel. Sie kosten um die 150 Euro je nach Hersteller und Ausführung für vorne. Hinten bis ca. 100,- Euro für die Leitung. Ein Eintrag beim TÜV ist meistens fällig.
www.lucas-bikersworld.de
3. Bremsbelag
Bei einem so schweren Motorrad kommt der Bremse besondere Aufmerksamkeit zu. Die verschlissenen Bremsbeläge sollten rechtzeitig ersetzt werden, nicht warten, bis der Belagträger schleift. Ersatz entweder Original, oder aus dem Zubehör. Hier haben sich die Bremsbeläge von Lucas, EBC, Brembo usw. als gut erwiesen. Billigmarken vertragen sich nicht mit den Stahlbremsscheiben der G. Erhöhter Verschleiß und schlechte Bremswirkung sind die Folge. Es gibt sehr gute Bremsbeläge aus Sinthermetall. Für verschiedene Jahrgänge sogar in einer besonders wirksamen Racingbelagmischung (aber dann ohne Segen des TÜV). Der Nachteil: diese verschleißen etwas schneller als die Serienteile, sind dafür nur halb so teuer. Auch die Scheiben sind bei Zubehörbelägen häufig erhöhtem Verschleiss unterworfen. Der Preis liegt etwa bei 30,- Euro pro Bremssattel.
www.lucas-bikersworld.de
4. Gabelfedern
Das Fahrwerk ist serienmäßig zu weich und zu sehr auf Touring ausgelegt. Die Ferderung vorne schlägt schon beim scharfen Bremsen auf Bodenwellen gnadenlos durch. Bei flotter Fahrt, mit Gepäck oder zwei Personen hat die Federung keine Reserven mehr. Folge: in der Kurve, beim Anbremsen verläßt die G fast vollendes die Richtung. Abhilfe ist einfach: die Seriengalbelfedern gegen härtere, progressiv gewickelte Federn von White-Power, Wilbers (Technoflex) oder Wirth austauschen. Dabei wird auch ein härteres Gabelöl eingefüllt und der Ölstand leicht erhöht. Für eine bessere Vorderradführung muß man etwa 100 bis 150,- Euro anlegen.
5. Federbein
Das Serienfederbein ist nicht schlecht. Nachteil ist der Verschleiß. Nach 40-50.000 km ist für die manchmal schon ölende "Luftpumpe" Ersatz fällig. Wenn jemand das Originalteil ordern möchte: Suzuki verlangt einen hohen Preis. Als Alternative, besonders für Leute die schnell fahren wollen, stellen Technoflex, White-Power und Sachs komplette Federbeine für die G her. Ab etwa 450,- Euro bekommt man schon ein sauber verarbeitetes Federbein, angepasst an das Gewicht der G und mit hydraulischer Federvorspannung. Dann gibts noch die Möglichkeit, ein Federbein überholen zu lassen. Auch ein Austausch gegen das Element der Bandit 1200 (Typ POP GV 75 A) ist möglich, sowie gegen eines der GSX-R Modelle (Ebay ist mein Freund). Bitte vorher den Mechaniker oder Tüv befragen!
Federbein Einstellungen (Erfahrungswerte)
| Vorspannung: bei voller Belastung (2 Personen und/oder Gepäck) |
Stufe
7 von 7 |
| Druckstufe: Handrad unter der Sitzbank (gemessen von ganz rausgedreht nach reingedreht = härter) |
Stufe
18 von 20 |
| Zugstufe: das kleine Rädchen sitzt versteckt unten am Federbein |
Stufe
3 von 4 |
6. Reifen